Höhlentauchen Mexiko
Auf der Halbinsel Yucatán befindet sich das größte unterirdische Fluss- und Höhlensystem der Erde. Die gesamte Halbinsel besteht aus Kalkstein. Löst sich der Kalkstein auf, entstehen Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Mit der Zeit brechen die Decken einiger Höhlen ein und es entstehen die sogenannten Cenotes – Wasserlöcher. Auf Yucatán wurden bis jetzt mehr als 1200 Cenotes entdeckt, von denen ca. 70 Cenotes von Speläologen betaucht und erforscht wurden. Die Tiefe der Cenotes ist unterschiedlich und reicht von einigen Metern bis zu mehr als hundert Metern. Die Mayas versorgten sich aus den Cenotes mit Wasser. Gleichzeitig waren sie für die Mayas der Eingang zur Unterwelt und heilige Opferstätten. Im Bodenschlamm einiger Cenotes wurden zahlreiche jahrhundertealte Skelette von Menschen und Tieren gefunden.
Durch die unterschiedlichen Wasserstände haben sich im Laufe der Jahrtausende einzigartige Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten gebildet. Die meisten Cenoten sind mit kristallklarem Wasser gefüllt und die Sichtweite unter Wasser beträgt in einigen Cenotes bis zu einhundert Metern. In den Cenotes in der Nähe des Meeresufers wird durch den Meeresdruck Salzwasser in die Cenotes gedrückt. In vielen Cenotes gibt es aus diesem Grund Süßwasser an der Oberfläche und Salzwasser in den tieferen Schichten. Dazwischen gibt es eine Schicht, die Halocline, in der sich Salz- und Süßwasser miteinander vermischen. Es ist ein einmaliges Erlebnis für jeden Taucher, in einer Cenote zwischen Stalaktiten und Stalagmiten zu tauchen und dabei die Lichteffekte der einfallenden Sonnenstrahlen zu beobachten. Zum Tauchen eignen sich die Cenotes Chac Mol, Dos Ojos, Ponderosa, Tajmahal, Calavera und Angelita, alle südlich von Playa del Carmen gelegen. Das Tauchen in den Cenotes ist nur mit erfahrenen Guides und entsprechender Sicherheitsausrüstung gestattet. Dos Ojos ist Teil eines mehr als 60 km langen Höhlensystems und ist mit zahlreichen weiteren Cenoten unterirdisch verbunden. Die Farbtöne des Wassers reichen von türkisblau bis hellgrün. Die Stalaktiten erreichen in manchen Cenotes eine Höhe bis zu sechs Meteren und bilden eindruckvolle Kathedralen.
Auch wenn die Schönheit der Unterwasserwelt der Cenotes einem wachsenden Besucherstrom zugänglich gemacht wird, sind die Auswirkungen leider nicht zu übersehen. Zahlreiche durch unvorsichtige oder ungeübte Taucher abgebrochene Stalaktiten- und Stalagmitenspitzen, die den Boden bedecken, sprechen für sich.